Trägeröle, was sie sind, warum du sie brauchst und welches zu dir passt
Wer mit ätherischen Ölen arbeitet, kommt an Trägerölen nicht vorbei. Und wer noch nicht mit ihnen gearbeitet hat, wird schnell merken: Diese Öle sind weit mehr als nur ein neutrales Vehikel. Sie pflegen, nähren und schützen die Haut auf ihre eigene Art und entscheiden maßgeblich darüber, wie gut ein ätherisches Öl wirkt und verträglich ist. In meinem Beitrag gebe ich dir einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Trägeröle, ihre Eigenschaften und wie du das richtige für dich findest.
Was sind also Trägeröle und warum ist das so wichtig?
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenessenzen. So kraftvoll sie sind, so empfindlich reagiert die Haut wenn sie unverdünnt aufgetragen werden denn Reizungen, Rötungen oder sogar Verbrennungen können die Folge sein. Trägeröle lösen dieses Problem: Sie verdünnen das ätherische Öl auf eine hautverträgliche Konzentration und transportieren es gleichzeitig tief in die Haut.
Der Begriff Trägeröl klingt etwas passiv fast so als würde das Öl nur transportieren und sonst nichts tun. Das stimmt nicht. Trägeröle sind fette Pflanzenöle, gewonnen aus Samen, Kernen oder Fruchtfleisch verschiedener Pflanzen. Sie enthalten wertvolle Fettsäuren, Vitamine und Antioxidantien, die die Haut aktiv pflegen. Ein gutes Trägeröl ist also kein Füllmittel, sondern ein vollwertiger Pflegestoff.
Gut zu wissen: Die übliche Konzentration für Erwachsene liegt bei ein bis drei Prozent. Das bedeutet etwa zwei bis drei Tropfen ätherisches Öl auf einen Teelöffel Trägeröl. Für Kinder und empfindliche Haut noch weniger.
Fett ist nicht gleich fett, hier die wichtigsten Unterschiede
Trägeröle unterscheiden sich erheblich in ihrer Zusammensetzung, Konsistenz und Wirkung. Einige sind leicht und ziehen schnell ein, andere sind reichhaltiger und bleiben länger auf der Haut. Entscheidend für die Auswahl sind vor allem der eigene Hauttyp, das ätherische Öl das man verwenden möchte, und der Zweck der Anwendung.
Grundsätzlich lassen sich Trägeröle in zwei Gruppen einteilen: trockene Öle, die schnell einziehen und kein fettiges Gefühl hinterlassen, und reichhaltige Öle, die intensiver pflegen und sich besonders für trockene oder reife Haut eignen. Manche Öle lassen sich gut miteinander kombinieren – ein leichtes Basisöl mit einem Hauch eines wirkstoffreichen Spezialöls ist oft die beste Lösung.
Die wichtigsten Trägeröle im Überblick
Jojobaöl der Allrounder
Jojobaöl ist eigentlich kein Öl, sondern ein flüssiges Wachs – und genau das macht es so besonders. Es ist extrem lange haltbar, verstopft die Poren nicht und kommt dem natürlichen Hautfett sehr nah. Jojobaöl eignet sich für fast alle Hauttypen, besonders aber für Mischhaut und zu Unreinheiten neigende Haut. Als Basisöl für ätherische Öle ist es eine der besten überhaupt. Jojobaöl
Mandelöl ist sanft und vielseitig
Süßes Mandelöl ist mild, gut verträglich und leicht im Auftrag. Es enthält viel Vitamin E und Ölsäure, was es zu einem hervorragenden Pflegeöl für normale bis trockene Haut macht. Besonders für Massagen ist es beliebt, weil es gut gleitet ohne zu fettig zu sein. Auch für Kinder ist es gut geeignet. Mandelöl für die ganze Familie
Rosehip das Anti-Aging-Öl ist eher unbekannt
Hagebuttenöl, gewonnen aus den Kernen der Hagebutte, ist reich an Vitamin A und essenziellen Fettsäuren. Es unterstützt die Zellregeneration, mildert Narben und Pigmentflecken und wirkt spürbar gegen erste Falten. Es ist ein Spezialöl und wird am besten in kleinen Mengen eingesetzt, zum Beispiel als Beimischung zu einem leichteren Basisöl.
Kokosöl ist ein Klassiker mit Einschränkungen
Kokosöl ist beliebt, vielseitig und hat einen angenehmen Duft. Es wirkt antibakteriell und ist für sehr trockene Haut und Haarpflege hervorragend geeignet. Für das Gesicht ist es allerdings nicht für jeden geeignet, bei zu Akne neigender Haut kann es die Poren verstopfen. Als Körperöl und Massageöl macht es dagegen eine sehr gute Figur.
Sanddornöl ist intensiv und wirkstoffreich
Sanddornöl ist kein klassisches Basisölk, denn dafür ist es zu intensiv und zu teuer. Aber als Beimischung ist es außergewöhnlich wertvoll: Schon fünf bis zehn Prozent Fruchtfleischöl in einem anderen Trägeröl liefern eine Fülle an Carotinoiden, Omega-7-Fettsäuren und Antioxidantien. Besonders in der Sonnenpflege und für reife Haut ist es eine Bereicherung. Mehr dazu im Artikel Sanddornöl.
Arganöl, das flüssige Gold aus Marokko
Arganöl wird aus den Kernen des Arganbaums gewonnen und ist reich an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren. Es zieht schnell ein, hinterlässt keine Fettfilm und ist besonders für reife, trockene und gereizte Haut geeignet. Auch als Haaröl ist es sehr beliebt. Gib einen Tropfen auf die Haarspitzen, und das Ergebnis ist sofort sichtbar. Arganöl
Nachtkerzenöl
Nachtkerzenöl ist ein Spezialöl für empfindliche und anspruchsvolle Haut. Es enthält Gamma Linolensäure, eine Fettsäure, die die Hautbarriere unterstützen kann.
Es wird häufig bei trockener, reifer oder sensibler Haut eingesetzt. Aufgrund seiner Zusammensetzung eignet es sich besonders gut als Ergänzung zu einem Basisöl wie Jojobaöl.
Schon ein kleiner Anteil kann eine Pflegemischung deutlich aufwerten. Nachtkerzenöl in der Gesichtspflege
Welches Trägeröl passt zu welchem Hauttyp?
Für normale Haut sind die meisten Trägeröle geeignet. Jojobaöl oder Mandelöl sind gute, unkomplizierte Optionen. Trockene und reife Haut profitiert von reichhaltigeren Ölen wie Arganöl, Hagebuttenöl oder einer Beimischung von Sanddornöl. Empfindliche Haut greift am besten zu milden Ölen wie Mandelöl oder Jojobaöl. Bei fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut sind leichte, nicht komedogene Öle wie Jojobaöl die erste Wahl, du solltest Kokosöl lieber meiden.
Qualität ist entscheidend
Trägeröle sollten kaltgepresst und möglichst in Bio-Qualität gekauft werden. Raffinierte Öle sind zwar länger haltbar und geruchsneutraler, verlieren aber einen Großteil ihrer wertvollen Inhaltsstoffe. Wer die volle Wirkung möchte, greift zu nativen, kaltgepressten Ölen und bewahrt sie kühl und lichtgeschützt auf. Die meisten Trägeröle halten so sechs bis zwölf Monate Jojobaöl ist hier mit Abstand die beständigste Wahl.
